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Das Borderline - Syndrom hat viele Facetten, was auch in dem Begriff "Syndrom" (Gruppe zusammengehöriger Symptome)
zum Ausdruck kommt. Jeder Betroffene entwickelt entsprechend seiner Anlagen und der Einflüsse der Außenwelt eine spezifische Ausprägung dieser Störung.
Was ist eine Borderline - Störung?
Unter Borderline - Störung ist eine frühe Störung der Persönlichkeitsentwicklung zu verstehen; das heißt, die
Wurzeln liegen in den allerersten Lebensjahren. Der Begriff "Borderline" lässt sich frei übersetzen als "Grenzgänger" oder "Grenzzustand". Auf merkwürdige Weise fühlen sich diese
Menschen am Rande des Abgrunds wohler als am sicheren Ufer. Das drückt sich darin aus, dass Borderline - Gestörte Extremsituationen suchen und überhaupt im extremen leben. Nach der Maxime " alles oder
nichts" spalten sie die Welt in schwarz und weiß, in gut und böse. Zwischen beiden Polen ist kaum etwas vorhanden; denn Zwischentöne, die Farben, fehlen und damit auch die Fähigkeit, Mitmenschen
realistisch wahrzunehmen. Da sie diese strikt in gute und böse aufteilen, kommen normale Menschen, die gute und böse Anteile in sich tragen, in ihrer Wahrnehmung quasi nicht vor.
Wie ein roter Faden zieht sich dieses Problem der Spaltung in extreme durch das Leben der Betroffenen.
Es wirkt sich besonders in Beziehungen verheerend aus und gestaltet das Leben zu einem Chaos. "Ist
jemand für mich oder gegen mich?" - " wenn er für mich ist, ist er mein Ideal und ich werde alles für ihn
tun; ist er gegen mich, werde ich ihn gnadenlos abwerten und mit allen nur denkbaren Mitteln bekämpfen."
Dabei kann Idealisierung rasch und für das Gegenüber völlig unerwartet in Abwertung umschlagen, so dass in Beziehungen kaum Stabilität möglich ist. Therapie wird vor allem die Aufgabe haben, diese Spaltung zu
bearbeiten.
Wie entsteht die Borderline - Störung?
Den Beginn der Borderline - Störung müssen wir, wie schon gesagt, in der frühen Kindheit suchen. Für die
seelische Zufriedenheit benötigt ein Säugling liebevolle Zuwendung, sowie Hautkontakt in Form von streicheln und Liebkosungen - er will die Mutter fühlen, riechen und schmecken. Er sucht einen möglichst
engen Kontakt zu ihr und fühlt sich in der ersten Zeit wie Eins mit ihr, in einer Symbiose, so der Fachausdruck für diese erste Bindung zwischen Mutter und Kind. In welchem Maße diese erste, enge
Beziehung gelingt, ist grundlegend für die weitere Entwicklung des Kindes. Urvertrauen kann nur entwickeln, wer sich in den ersten Lebensjahren mit allen Fasern seiner Existenz geborgen und willkommen gefühlt hat.
Zunächst ist der Säugling nur in der Lage, zwischen den beiden Polen Lust und Unlust zu unterscheiden.
Lust bereiten ihm in erster Linie saugen und zufriedene Sattheit, aber auch der körperliche Kontakt und das gestreichelt werden. Unlust empfindet er bei Hungergefühlen, Schmerzen und beim Gefühl, von der
Mutter (oder einer anderen Bezugsperson) getrennt zu sein. Gesunde Säuglinge reagieren auf Mangelerlebnisse mit Wut, welche sich in lautem Schreien äußert.
Wenn das Kind größer geworden ist, versucht es, sich vorsichtig von der Mutter zu entfernen, die
Symbiose mit ihr zu verlassen, um die Unabhängigkeit zu erproben. Stellt sich Angst ein, wird das Kleinkind rasch wieder die Nähe der Mutter suchen, denn es möchte sich ihrer Nähe versichern, Sicherheit
auftanken, dann aber erneut auf Entdeckungsreise gehen, um seinen Lebensraum zu erweitern. Auf diese Weise lernt das gesunde Kind in den ersten Lebensjahren allmählich, selbstständiger zu werden.
Nach Meinung vieler Fachleute konnte die Mutter des späteren Borderline - Gestörten die notwendige
stabile Symbiose nicht bieten. Dies kann verschiedene Ursachen haben: ist sie infolge eigener Schwierigkeiten, die sie überfordern, zu sehr mit sich selbst beschäftigt, vermag die Mutter
möglicherweise nicht, genügend auf ihr Kind einzugehen; oder sie erlebt das Kind als Störung, so dass sie es
nicht vorbehaltlos lieben und annehmen kann; äußere Umstände - zum Beispiel Krankheit von Mutter oder
Kind - können eine mehr oder weniger lange Trennung erzwingen; oft ist auch der Erziehungsstil chaotisch ,
und liebevolle Zuwendung wechselt mit Ablehnung, was starke Angst und Unsicherheit auslöst. In all diesen
Fällen fühlt sich der Säugling verlassen. Und da er absolut von seiner Mutter anhängig ist, erlebt er dies als eine existentielle Bedrohung.
Wenn das Kind zur Bewältigung dieser Ängste keinerlei Unterstützung von anderer Seite bekommt, ist es
gezwungen, alleine damit fertig zu werden. Hierfür steht ihm in der frühen Lebensphase lediglich eine einzige "Schutzmaßnahme" zur Verfügung: der Abwehrmechanismus der Spaltung. Das heißt, das kleine
Kind spaltet seine Angst zumindest zeitweise ab, so dass sie nicht mehr spürbar ist. Es flüchtet in eine
innere (Traum-) Welt und entfernt sich so von der Realität. Die Angst jedoch nicht wirklich verarbeitet, wirkt im Unbewussten weiter und drängt irgendwann mit explosiver Sprengkraft an die Oberfläche. Hier
findet sich die Quelle für eine zerstörerische Energie, die Betroffene gegen sich selbst und andere richten.
Alle nun folgenden Entwicklungsphasen werden durch die frühe Störung beeinträchtigt und können nicht
unbeschwert durchlaufen werden. Anstelle ruhiger innerer Sicherheit und Stabilität erfährt der
Borderline - Gestörte ein inneres Chaos. Er bleibt an dem Schutzmechanismus hängen, der ihm als Kleinkind
das Überleben sicherte, und lernt nicht, die Welt Beeinflussung wahrzunehmen. Er erlebt sie weiterhin in extremen und spaltet sie in "Nur - Gut" und "Nur - Böse".
Der Mangel an Zuneigung und Geborgenheit wie auch frühe seelische Verletzungen führen zu einer
exzessiven Gier nach Sicherheit, Liebe und Akzeptanz. Zudem wirken diese Menschen häufig so, als wollten sie für die erlebten Demütigungen und Kränkungen Rache nehmen. Nur zu oft wird jedoch Rache am
eigenen Körper und an der eigenen Person genommen.
Woran ist eine Borderline - Störung zu erkennen?
Menschen mit einer Borderline - Störung finden in sich selbst keine Sicherheit und Stabilität. Die
Persönlichkeit scheint sich mitunter aufzulösen, sie fragmentiert. Ab und zu stellt sich Betroffenen die
ganz grundlegende Frage: "Wer bin ich?" andere Personen werden zeitweilig als merkwürdig fremd und unwirklich empfunden. Auch die sexuelle Identität kann unsicher sein.
Typischerweise werden eine Fülle von Symptomen und Konflikten beobachtet, die häufig wechseln.
Folgende Symptome sind Hinweise auf eine mögliche Borderline -Störung, wobei nicht alle gleichzeitig vorhanden sein müssen:
° panische Ängste, archaische Wut, Missstimmung, Lust am zerstören und ständig wechselnde Gefühlslagen
kennzeichnen den Alltag. Das Leben ist wie ein Tanz auf einem Vulkan
° es droht der Durchbruch übermäßiger Wut, eventuell im Sinne eines Kontrollverlustes; auch andauernde
Wut und Prügeleien gehören hierzu.
° exzessives und impulsives Verhalten prägen das Leben, zum Beispiel beim Geldausgeben und im
Sexualverhalten; auch Suchtmittelmissbrauch, rücksichtsloses Fahren, Fressattacken oder umgekehrt exzessives Hungern gehören in diese Rubrik. Das Gewissen funktioniert nur beschränkt, Werte und Regeln
werden häufig ignoriert. Betrug, Diebstahl, kriminelle Delikte sind auf diesem Hintergrund zu verstehen.
° Suiziddrohungen beziehungsweise -versuche, sowie Selbstverletzendes Verhalten sind häufig zu beobachten.
° Betroffene klagen oft über ein chronisches Gefühl der Leere oder Langeweile.
° Alleinsein erscheint unerträglich und wird von Betroffenen mit allen möglichen Mitteln verhindert.
° Sehr häufig finden sich intensive, aber instabile (wackelige) zwischenmenschliche Beziehungen, die
zwischen zwei Extremen pendeln: zwischen Überidealisierung (der Partner wird in den Himmel gehoben) und extremer Abwertung. Menschen mit Borderline - Störung werden in Beziehungen für fast ständige
Unruhe sorgen. Diese Beziehungsprobleme haben tiefe Ursachen und spezifische Ausdrucksformen.
Borderline - Störung und Beziehung
Betroffene finden in sich eine tiefe Sehnsucht nach Verschmelzung, einen großen Liebeshunger. Dieser hat
seine Wurzeln in der unbefriedigend verlaufenden frühkindlichen Beziehung zur Mutter, die die
Symbiose nicht in ausreichender Weise ermöglichen konnte. Er führt zu einem typischem Verhaltensmuster in Beziehungen:
° Borderline - Gestörte suchen den Mangel an Symbiose in der frühen Kindheit auszugleichen, indem sie
intensive, extrem enge (symbiotische) Beziehungen anstreben. In diesen engen Beziehungen findet rasch eine Verschmelzung statt.
° Diese ist so tief und stark, dass sie bedrohlich wird. Es tritt eine große Angst auf, sich selbst zu
verlieren, in absolute Abhängigkeit zu geraten, oder vernichtet zu werden. Dies erscheint unerträglich, so dass Distanz geschaffen werden muss.
° Das erfolgt durch eine "Umwertung": die gerade noch idealisierte Person wird jäh abgewertet. Der Blick
richtet sich mit unerbittlicher Schärfe auf die negativen Eigenschaften des Gegenübers und die Kritik ist vernichtend. Mittels Streit und Entwertung wird also Distanz geschaffen und die Gefahr, sich in der
Beziehung zu verlieren und ausgeliefert zu sein, scheint gebannt.
° Nun besteht aber das Risiko das die Beziehung verloren geht. Auch dies scheint unerträglich, und die
Angst vor dem verlassen werden ist überwältigend. Um sich vor dem drohenden Verlust des Partners zu
schützen, ist eine erneute Idealisierung erforderlich. Jetzt ist alles zu tun, um diesen zu beruhigen und sich seiner Zuneigung zu versichern. Aus dem gerade noch abgelehnten und entwerteten Partner ist wieder
eine wunderbare und ideale Traumfigur geworden.
Die tiefe und frühe Störung der Persönlichkeit bewirkt ein sogar suchtartiges Verlangen nach
Partnerschaft und Zuneigung. Alleinsein wird kaum ertragen, ebenso wenig aber große Nähe. Betroffene leben im Dilemma, weder in einer Beziehung noch ohne sie leben zu können. Die Beziehungen sind in einer
Weise stabil, dass sie chaotisch instabil sind. Man nennt sie daher stabil-instabil; das einzige stabile daran
ist die Instabilität. Nicht selten wechseln Menschen mit Borderline - Störung häufig die Partner.
Oft werden diese mit so genannten "Psychospielen" manipuliert.
Zum Beispiel:
Herr K.:
Er weiß, dass die Partnerin durch Erzeugung von Schuldgefühlen manipulierbar ist. So hält er sie in der
ständigen Sorge, dass er Selbstmord begehen könnte. Seine Botschaft ist aber nicht konkret, sondern in Andeutungen oder Hinweisen versteckt. Die Partnerin fühlt sich für ihn verantwortlich, und die Beziehung
wird auf diese Weise stabilisiert.
Oder:
Frau S.:
Sie betrügt ihren Partner immer mit wechselnden Beziehungen. Der Partner fühlt sich gekränkt ist aber
aufgrund seiner sexuellen Abhängigkeit unfähig, die Beziehung zu beenden. Je länger er das verletzende
Verhalten akzeptiert, umso abhängiger wird er sich fühlen. Umgekehrt wird das Gefühl der Überlegenheit
bei Frau S. sich verstärken. Obwohl sie im Grunde der Beziehung überdrüssig ist, verlässt sie ihn nicht, da sie sich einem eigenständigen Leben nicht in der Lage fühlt.
So wird nach belieben Nähe oder Distanz hergestellt. Mit Hilfe der Psychospiele werden andere
berechenbar, das gibt eine Scheinsicherheit. Auf diese Weise ist es auch möglich, für ständige äußere
Unruhe zu sorgen. Damit lassen sich innere Unruhe und archaische Ängste überdecken, Leere und Einsamkeit kompensieren. Auch wenn der Partner mit Wut, Kampf und Zurückweisung auf diese Form der
Manipulation und des Terrors reagiert, ist der Hauptzweck erreicht: er reagiert. Negative Zuwendung, das heißt Ablehnung, ist etwas sehr vertrautes und erscheint auf eigentümliche Weise sicherer als positive.
Menschen, die am Borderline - Syndrom leiden, fühlen sich am Rande des Abgrundes immer sicherer als auf festem Untergrund.
Sie verspüren fast ständig inneren Groll, Zorn, Verdruss, Unzufriedenheit, Aggressionen, Hass
oder ähnlich negative Gefühle, ohne das es hierfür eine aktuelle Ursache geben muss. Es sind unbewältigte
Konflikte, die an die Oberfläche drängen und Verstimmung verursachen. Da diese Probleme nicht innerhalb
der eigenen Persönlichkeit zu bewältigen sind, müssen sie auf andere projiziert werden, an denen sie beharrlich bekämpft werden. Wie auf eine Leinwand projizieren die Menschen ihre inneren Konflikte in
Beziehungen, nicht nur in den Partner, sondern auch in Mitarbeiter am Arbeitsplatz und allgemein auf Mitmenschen. Indem diese für das innere Chaos verantwortlich gemacht werden, versuchen Betroffene sich
zu entlasten. Der Lösung ihrer Probleme kommen sie in dieser Weise jedoch keinen Schritt näher.
Borderline - Störung und Karriere
Mit viel Energie, nicht selten in Form einer ausgeprägten Arbeitssucht, wird am erreichen bestimmter
Ziele gearbeitet. Positionen werden erlangt, ein bestimmter Status oder finanzielle Werte werden mit größter Zähigkeit erarbeitet. Dabei ist immer wieder zu beobachten, dass diese auf exzessive Weise
geschaffenen materiellen oder ideellen Werte in kürzester Zeit wieder zerstört werden müssen. Aufstieg und Abstieg vollziehen sich in rascher Folge.
Borderline - Störung und Sucht
Das innere Chaos, verbunden mit extremen Gefühlen wie Leere, Wut und Hass, ist der Hintergrund eines
nicht selten exzessiven Suchtmittelkonsums. Bevorzugt werden dämpfende Substanzen wie Alkohol, Beruhigungsmittel und Heroin eingesetzt. Präparate mit euphorisierender Wirkung wie LSD, Kokain,
Amphetamin werden nur sporadisch eingenommen, denn diese können zu einem Zusammenbruch der ohnehin schwachen Ich - Grenzen führen und Horrortrips auslösen.
Borderline - Persönlichkeiten sind nicht selten abhängig von so genannten nichtstoffgebundenen Süchten.
Hierzu gehören Eß-, Magersucht und Bulimie (zwanghaftes Essen und Erbrechen), aber auch Spielsucht, Sexsucht, Arbeitssucht usw. Eine Psychotherapie der Borderline - Störung, die das
Suchtproblem unberücksichtigt lässt, ist zum Scheitern verurteilt, da die Sucht immer stärker ist. Erst
wenn Abstinenz vom Suchtmittel erreicht und dadurch Krankheitseinsicht eine stabile Motivation gegeben ist, die Abstinenz beizubehalten, kann mit einer psychotherapeutischen Behandlung der Borderline
-Störung begonnen werden.
Liegt ein Suchtverhalten vor, ist eine stationäre Entwöhnungsbehandlung der geeignete
Beginn therapeutischer Maßnahmen.
Zur Therapie der Borderline - Störung
Die Therapie der Borderline - Störung ist immer schwierig und fordert besonders Psychotherapeuten mit
wenig Therapie - Erfahrung nicht selten bis an die Grenze der Belastbarkeit. Je nach Schwere der Störung ist zunächst eine stationäre Therapie angemessen, damit eine ausreichende Stabilisierung erreicht
werden kann. Diese ermöglicht das Arbeitsbündnis mit einem ambulanten Therapeuten. Es ist wichtig, dass Borderline -Patienten zu Beginn einer Therapie über ihre Störung ausführlich informiert werden.
Die intensiven negativen Emotionen und das zerstörerische Verhalten der Symptome einer frühkindlichen
Störung zu verstehen, wirkt entlastend und verbessert in der Regel die Motivation für eine Therapie.
Ziel der Therapie ist es, dem Patienten vom Chaos zur Struktur zu verhelfen. Die therapeutische
Beziehung eignet sich besonders dazu, eine Borderline - Typische Beziehung zu erzeugen. So versuchen diese Patienten, mit Therapeuten eine symbiotische Beziehung herzustellen.
Sie werden zu Beginn der Behandlung den Therapeuten oft idealisieren und ihn zum Retter auserwählen.
Dabei geht es ihnen vor allem darum, dass er sie vor einer "bösen" Welt schützt, und dieser Rolle hat er
gerecht zu werden. Unterschwellig bleibt beim Patienten aber ein intensives Misstrauen erhalten. Wird es
aus irgendeinem Grund aktiviert, kann die Idealisierung sehr schnell ins Gegenteil kippen. Die frühe pathologische Beziehung zur Mutter oder zu einer engen Bezugsperson wird unweigerlich wiederholt.
Typisch ist, dass Borderline - Patienten den Therapeuten auf seine Verlässlichkeit testen und ihn in diesem
Sinn auch provozieren. Mitunter ist ihr Verhalten nicht eindeutig, was zu Missverständnissen führen kann. Beschimpfungen, aggressive und ablehnende Verhaltensweisen können auch Ausdruck von Zuneigung sein.
Einzig die unerschütterliche Haltung des Therapeuten, der darauf beharrt, dass die tiefen Wut- und Hassgefühle überwunden werden können, ist hilfreich. Dazu gehört auch, dass der Patient den Therapeuten
als Mensch mit Schwächen erleben kann. Dadurch wird der Realitätsbezug verbessert. Das Ziel ist die
Auflösung der Spaltung zwischen "nur gut" und "nur böse", indem Zwischentöne wahrgenommen werden.
Insbesondere sind die immer auch vorhandenen positiven Seiten, die Fähigkeiten, die Stärken und
Begabungen der Persönlichkeit zu würdigen und für den therapeutischen Prozess zu aktivieren. Allmählich lernt der Patient den Therapeuten als "normalen" Menschen kennen und schätzen.
Quelle:
Berit Anders
-Ich heiße Berit und habe eine Borderline Störung-
Protokoll einer Selbstfindung
Nachtrag von Heinz Peter Röhr
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