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Hier habt Ihr die Möglichkeit Eure Gedanken, Gedichte oder Eure Geschichte einstellen zu lassen. Auf Wunsch natĂĽrlich anonym. Die Texte einfach an  akascha@borderline-selbsthilfegruppe-bergischgladbach.de senden.

 

 

Fragen ĂĽber Fragen

Mama,

sag mir,

warum musste das alles passieren?

Warum hast du mich nicht beschĂĽtzt?

Ich habe dich so oft um Hilfe gebeten,

doch du hast nie reagiert!

Mama,

sag mir,

warum musste das alles passieren?

Hast mir so viel genommen,

hast mich so oft verletzt,

warst nie fĂĽr mich da!

Warum?

Mama,

sag mir,

warum hast du mir Papa genommen?

Warum hast du mich geschlagen?

Warum wolltest du dich umbringen,

als ich noch klein war?

Mama,

sag mir,

warum musste das alles passieren?

Warum hast du mich nicht beschĂĽtzt?

Wo warst du als ich dich gebraucht hätte?

Wo warst du als ich mein Baby wegmachen lieĂź?

Als ich die Vergewaltigungen ĂĽber mich ergehen lassen musste?

Wo warst du,

als ich so krank war, dass ich mir selbst weh tat?

Als man mich schlug und wĂĽrgte?

Mama, WO WARST DU?

Mama,

sag mir,

warum hast du mich nie beschĂĽtzt?

Warum warst du nie fĂĽr mich da?

Warum hast du das alles zugelassen und mir nicht geholfen?

Ich hätte dich so sehr gebraucht!

Hab dich so sehr geliebt!

Doch fĂĽr dich war ich nicht existent.

Du hast immer nur an dich gedacht und damit alles zwischen uns kaputt gemacht.

Mama,

es tut mir leid

ich hab dich zwar lieb ... irgendwie,

aber eine richtige Mutter warst du mir nie!

Mama,

es tut mir leid,

ich hab dich zwar lieb ... irgendwie,

aber ich muss dir sagen,

als Mutter hast du VERSAGT

und das viele Male

UND DAFĂśR HASSE ICH DICH!!!!

 

© B.S

 

 

„Drago“

 

 

Er ist mein bester

Freund

BeschĂĽtzer

Berater

Vertrauter

Geheimnisbewahrer

Lebensberater

mein ein und alles,

alles was mir gut tut...

 

Er ist mein

schlimmster Albtraum,

mein Tod?

 

Das alles ist Drago

der Drache

das Böse

das Gute

das Zärtliche

das Bestialische

das Schlimmste und Ăśbelste

in mir.

 

Drago,

ich habe dich geliebt,

dir vertraut,

dich gebraucht,

deine Worte waren mein Evangelium.

Ich kann mich kristallklar an das

Gute und ebenso an das Schreckliche erinnern,

was du für mich warst –

Warst Drago!

 

Ich weiss

Ich spĂĽre

es noch so intensiv, als sei es eben erst gewesen,

als ich todtraurig,

ungeliebt,

von Wut,

unbändigem Hass und absoluter Verzweiflung

meine Arme aufschnitt

blutete

und durch dich keine Schmerzen empfand.

Nur allzu deutlich kann ich mich

an die Kälte

die Einsamkeit

erinnern.

 

Wie furchtbar schlimm waren

die Tage an denen ich mich dir hingab

Drago

ich habe mich zitternd auf dem Boden

zusammengekauert

zitternd vor Angst,

unbändigem Hass,

unmöglicher Wut,

dem Wunsch zu zerstören –

so lag ich oftmals zitternd und aus vielen tiefen Schnitten blutend im Dreck.

 

Ich erinnere mich an jede einzelne Träne

die ich weinte

Ich erinnere mich an jeden Schnitt,

sehe das Blut hervorquellen,

habe die Rinnsale meines Blutes so deutlich vor Augen

als liefe es mir jetzt liebevoll warm den Arm hinab.

Es waren viele Liter Tränen und Blut

die ich vergossen habe...

Deutlich spüre ich noch immer die Eiseskälte,

die mich grausam hart packte und

brutal in eine Ecke warf.

Ich weiss noch genau,

wie es war, als Du Drago dann zu mir kamst

um mich zu trösten

fühle Deine Zärtlichkeit –

ich vergesse das nicht!

 

Der angeblich liebevolle

beschĂĽtzende

helfen wollende

immer fĂĽr mich da sein wollende

Drago

der hat mein Gesicht!

Leugne es nicht, im Spiegel sah ich dich.

Mein Freund zu sein hast du mir vorgegaukelt,

mein Liebhaber

mein Held

mein tapferer BeschĂĽtzer

mein edler Ritter wolltest du sein

so sagtest du –

ich glaubte dir – bis heute...

 

Du bist

böse, hinterhältig und

gemein

mein tapferer Ritter kannst du nicht sein

das weißt du –

du mein schlimmster Albtraum

Drago –

ICH!

 

Drago,

ich brauche dich nicht

mehr?!

Drago,

ich will dich nicht

mehr?!

Drago?

Ich weiss, du wirst nicht fĂĽr immer von mir gehen.

Und doch Drago

Geh!!

Ich verbanne dich!

Nun liegst du blutend im Dreck

siehst mal

wie das ist.

 

Drago,

ich jauchze und feier nicht wirklich

das weiĂźt du

und doch

erleichtert bin ich von einem ĂĽblen Joch

von dir

Drago!

Und das ist der Verdienst

meines wahren

einzigen

mich wirklich liebenden Helden

meinem Bosco!!

 

Wir sehen uns irgendwann mal wieder

Drago

im Spiegel...

 

*Geschrieben am 02.11.2006 von Nicki Ritterbach; alle Rechte sind Nicole und Bosco Ritterbach urheberrechtlich vorbehalten!

 

Meine Geschichte        -Teil 1-

Ich habe gerade einen Punkt erreicht, an dem ich am liebsten nachgeben wĂĽrde und mich schneiden wĂĽrde.

Es tut so weh all die Erinnerungen, all die DemĂĽtigungen, zu wissen das meine eigene Mutter mich nicht liebt, mich nie geliebt hat, mich nie lieben kann.

Ich war das ungewollte Ergebnis einer Liebe die in Hass umschlug. Meine Mutter war erst 16 als sie schwanger wurde. Aber wenn sie mich doch nicht wollte….warum hat sie mich nicht wegmachen lassen? Warum musste sie mir so wehtun? Die Abtreibung hätte ich nicht gespürt, aber ihre Ablehnung, ihre Wut auf mich, die haben mich innerlich zerrissen.

 

Mama was habe ich getan das Du mich nicht lieben kannst???

Was habe ich falsch gemacht? Ich wollte doch nur dass Du mich lieb hast, so wie andere MĂĽtter ihre Kinder lieben!

Weißt Du eigentlich das ich Angst habe ein Kind zu bekommen, weil ich weiß das ich diesem Kind nicht die Liebe entgegen bringen könnte, die es benötigt damit es glücklich ist?

Wieso? Mama Du hast mir nie gezeigt wie eine Mutter ein Kind liebt.

Nur Oma gab mir Liebe und Geborgenheit. Dann hast Du meinen Papa kennen gelernt. Er war zwar nicht mein leiblicher Papa, aber er hat mich geliebt wie sein eigenes Kind und ich habe Papa geliebt. Das ihr euch getrennt habt, dafĂĽr mache ich Dir keinen Vorwurf, aber dafĂĽr das Du mir meinen Papa weggenommen hast, dass er nicht mehr zu mir durfte DAFĂśR HASSE ICH DICH!

Wenn Du mich nicht lieben konntest, warum musstest Du mir einen Menschen wegnehmen der es tat???

Willst Du mich dafĂĽr bestrafen, dass ich die Tochter des Mannes bin, den Du am meisten hasst?

WeiĂźt Du was ich alles ertragen habe um ein wenig Liebe und Geborgenheit zu bekommen?

WEISST DU ES? Ich habe ALLES dafür getan…restlos alles, man durfte mich schlagen, mich missbrauchen, mich demütigen. Alles für ein bisschen Aufmerksamkeit, für ein liebes Wort, für eine Umarmung. Ich verstand nicht dass man so keine Liebe bekommt. Erst mit 20 zeigte man mir dass man mich lieben kann und was Liebe vor allem ist.

Aber Mama soll ich Dir was sagen? Ich habe ein Ding in mir was mich zwingt Menschen weh zu tun die ich liebe….mir weh zu tun. Mama diese Ding nennt sich Borderline.

Für mich ist es schwer die Nähe die ich mir immer gewünscht habe nun zuzulassen.

Ich schlage meinen Kopf an bis mir schwindelig ist, teilweise sogar bis zur Bewusstlosigkeit, ich zerschneide mir die Arme, ich beiße mir die Lippen blutig, ich kratze mich blutig und ich beschimpfe mich selbst…ich verletze Menschen die ich liebe…ich kann nicht anders, auch wenn ich dagegen ankämpfe.

Siehst Du was Du aus Deiner Tochter gemacht hast? Siehst Du es Mama? WARUM?

 

Meine Nächte sind oft mit schrecklichen Alpträumen verbunden…Alpträume die aus Erlebnissen entstanden sind.

…Ich werde wach…das Bett und meine Sachen sind nass…nass vom Urin, aber nicht von meinem…ich bin 14 Jahre alt…eigentlich noch ein Kind…eigentlich…aber meine Kindheit wurde mir genommen…brutal genommen…der Urin stammt vom Mann/Jungen (Andy meinem damaligen Freund, 16 J.) neben mir…er schläft tief und fest und merkt es nicht. Ich stehe auf ziehe mir die Sachen aus, ziehe ihm, der weiterhin tief und fest schläft die Sachen aus, ziehe das Bett ab und versuche es so gut wie möglich zu trocknen, immer darauf bedacht IHN nicht zu wecken, denn wenn er wach wird... wird er mir wieder weh tun…schrecklich weh tun, so wie bevor er einschlief, eigentlich wie er es von Anfang an tat.

Ich stecke die Sachen in die Waschmaschine, dann schließe ich mich im Gäste-WC ein. Dort hängt der Medikamentenschrank, in dem Du Deine Beruhigungstabletten aufbewahrst…kleine rosa Pillen, namens Psyquil…. Ich nehme sie in die Hand…wenn ich sie nehme wird es mir besser gehen, wenn ich ein paar mehr nehme ist es vorbei, dann finde ich auf ewig Frieden, zusätzlich nehme ich auch noch von den Schmerztabletten in die Hand, alles was vielleicht irgendwie meinen Schmerz lindert.

ER wird wach und kommt zur Tür, er wird schrecklich wütend, ich soll rauskommen sonst werde ich es bereuen. Ich bin starr vor Angst, ich will nicht rauskommen, er wird mir wieder wehtun, so schrecklich wehtun. Nach einer Weile wird es ruhig vor der Tür. Im Badezimmer höre ich etwas leise klirren…

Ich schließe die Tür auf und gehe leise ins Bad…da steht er mit zerschnittenem Arm, das Blut hat alles rot gefärbt, er schaut mich hasserfüllt an, hält mir seinen Arm entgegen und sagt „das ist alles deine Schuld…sieh her was du angerichtet hast“

Ich versorge seine Wunden und wische das Bad, dann gehen wir wieder ins Bett und er tut mir wieder weh.

Als er wieder eingeschlafen ist, gehe ich ins Bad…setze die Klinge an und lasse meinem Hass und meinem Ekel aber auch meiner Angst freien Lauf. Ich spüre keinen Schmerz, ich sehe das Blut und es beruhigt mich auf eigenartige Weise….ja ich genieße es, das Blut laufen zu sehen, mich zu bestrafen…danach lege ich mich wieder neben ihn und schlafe ein…

DU hast von all dem nichts mitbekommen??? DU hast ein Zimmer weiter geschlafen oder warst Du eine Wohnung weiter bei Deinem neuen Lover, der Dich dann doch wieder abservierte???

Nach außen hin war ich die perfekte Schauspielerin, ich hätte die schmutzigsten Pornos vertonen können, alles gut “gelernt” und “beigebracht” bekommen, damit niemand merkt wie es mir wirklich geht, niemand Verdacht schöpft, denn ich bin etwas schlechtes, etwas Böses...

Immer schön alles dafür tun damit mich alle mögen, förmlich um Liebe und Anerkennung betteln, alles dafür in Kauf nehmen und mir NICHTS anmerken lassen…

ABER DU MEINE LIEBE MUTTER HÄTTEST ES MEINEN AUGEN ANSEHEN MÜSSEN, DEN AUGEN DEINES KINDES!!!!

Oh ja mich haben eine Menge Menschen gemocht….besonders ältere Männer, das süße kleine Ding…oh ja….da platzte ihnen fast die Hose. Dabei gab es doch viel süssere und hübschere Kinder als mich? Warum starrten sie alle auf mich? Weil ich schlecht, böse und ein Bastard bin, wie mir oft gesagt wurde und ich glaubte es. Eine Missgeburt, ein Freak, zurückgeblieben...

Niemand konnte ich mich anvertrauen obwohl mein 2. Stiefvater, sein Bruder und seine Freunde diesen Menschen bestimmt alle Knochen gebrochen hätten, wenn sie herausgefunden hätten was mit mir gemacht wurde, aber auch meine neue Familie hast Du versucht mir zu nehmen.

Ich war allein…ich war immer allein, weil niemand mein Geheimnis wissen durfte, mehrfacher Missbrauch, 3 versuchte Vergewaltigungen, davon durfte niemand wissen.

Ich lebte in dem Glauben das jede Frau und jedes Mädchen, dies still ertragen muss um Liebe und Zuneigung zu bekommen.

Ständig wechselnde Partner, immer wieder das gleiche Spiel…ich gab ihnen meinen Körper damit ich ihre Zuneigung bekam. Immer und immer wieder. Niemand von den Menschen die mich wirklich liebten, durchschauten mein Geheimnis. Näherte sich mir ein Mensch der mich wirklich mochte wie ich bin, verletzte ich ihn immer wieder bis er sich von mir entfernte, ich hatte den Glauben das mich wirklich jemand aufrichtig lieben kann verloren. Ich hatte mich selbst verloren…

Die einzigen Wesen die mich trösteten und für mich da waren, waren die Tiere, ihnen war es egal was ich bin, sie liebten mich vorurteilsfrei.

Der Hass und der Ekel gegen mich selbst war so stark, das ich mich selbst nur noch ertragen konnte wenn ich mir Wunden und Schmerzen zufügte, dann kamen die Tabletten, später zusammen mit dem Alkohol, damit die Pillen auch ordentlich „funzen“ als die Dosierungen nicht mehr stark genug waren.

Und das alles immer schön verstecken, vor allem vor der Familie, da ich ja eh schon so ein „schwieriges“ Kind war.

Wenn ich dann versuchte mich nach außen hin zu öffnen und um Hilfe bat, glaubte mir niemand, half mir niemand, nicht die Lehrer und auch nicht die Polizei, dass von Dir liebe Mutter keine Hilfe zu erwarten war wusste ich und vor den anderen aus der Familie habe ich mich geschämt.

Mit 20 kam ich das erste Mal in die Psychatrie, das 2. Mal mit 30. (Dazwischen habe ich mich immer fein aus der Affäre gezogen und geblockt, bis ich nun einen Punkt erreicht habe, an dem ich dringend Hilfe benötige und nun auch zulasse) Mein Körper, liebste Mutter, ist geschwächt, trägt die psychische Belastung nicht mehr, ich bin gesundheitlich am Ende. Alle halten mich für so wahnsinnig stark, aber das bin ich nicht. Innerlich bin ich immer noch ein kleines ängstliches Kind, das dem Druck nicht mehr standhält.

Nun bin ich in Therapie und hoffe dass ich es schaffen werde. Zum ersten Mal habe ich Menschen um mich herum, die wahre Freunde werden könnten, einen Mann der mich liebt, ja der MICH LIEBT und vor dem ich keine Angst haben muss.

ABER ALL DAS, LIEBSTE MUTTER, IST NICHT DEIN VERDIENST!!!

Sondern derer, die mich so lieben und akzeptieren wie ich bin… genau das was meine eigene Mutter nicht kann.

 Diese Aufzeichnungen werde ich weiterfĂĽhren, werde mir alles von der Seele schreiben, werde mich befreien von allem was mich zerstört hat.

Glaube mir es wird noch so einiges folgen, sei gespannt darauf was Deine Tochter in ihren bis jetzt 30 Jahren alles ertragen hat, aber das meiste weißt Du ja selbst am besten…

 

Fortsetzung folgt….

© A.K.

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