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Selbstverletzendes Verhalten (SvV)
„Blut“
Gedanken
rein und klar
fluten mein Gehirn
und doch ein Schatten legt sich
über sie
Die Gedanken kreisen nur noch
um wahnsinnige Blutgier
Verletzen ist der
Einzige
wahre
Gedanke!
ICH
das andere ICH in mir
will Blut
sehen
riechen
schmecken
fühlen;
verletzen
zerstören
will nur Blut!!
So sitze ich da
-Willenlos-
nehme eine scharfe Klinge
schneide mir in den Arm...
süßer Schmerz
der keiner ist
durchflutet mich
warmes Blut rinnt aus der Wunde
läuft meinen Arm hinunter...
nicht genug
noch ein Schnitt
noch mehr Blut fließt
betörend schön
und noch ein Schnitt
es tut nicht weh!
Das Blut aus allen Wunden
lindert den Schmerz –
nicht den der Verletzungen - die tun nicht weh -
sondern fürs Erste
die schlimmen Wunden
die Schmerzen
tief in der Seele
werden etwas gelindert
fürs Erste ...
Blut...
Blut muss es sein –
und doch hilft es nicht
- nicht auf Dauer!!
*Alle Rechte sind dem Urheber vorbehalten! Ungenehmigte Vervielfältigungen sowie Veröffentlichungen werden strafrechtlich
verfolgt!!! Geschrieben 21. Oktober 2006 von Nicole Ritterbach (bosco + nicki ritterbach)
Was ist SvV?
SvV -Selbstverletzendes Verhalten- tritt in verschiedenen Variationen auf:
- schneiden - verbrennen und verbrühen - stechen - kratzen der Haut, oftmals bis eine offene Wunde entsteht
- regelmäßiges öffnen verheilender Wunden, abzupfen von Wundschorf und aufbeißen der Mundschleimhaut - exzessives Nägelkauen und Nagelbettreißen
- verätzen der Haut mit Chemikalien - Einnahme geringer (nicht tödlicher Mengen) giftiger Substanzen oder Verschlucken von Gegenständen
- ausreißen der Körperbehaarung (incl. Wimpern und Augenbrauen) - schlagen bis hin zu Blutergüssen und Knochenbrüchen, Schlagen des Kopfes gegen harte Oberflächen
- Essstörungen (Magersucht, Ess-Brechsucht, Fettsucht) - Suchtkrankheiten (Alkohol, Drogen, Medikamente) - indirekte Selbstschädigung
Meist wird sich an Stellen verletzt die niemand sehen kann.
Die häufigsten Stellen sind Arme, Handgelenke, Beine, Bauch, Kopf und Brust. Es werden z.B. lange Ärmel getragen um die Wunden zu verstecken.
Was versteht man unter SvV?
Der Begriff SvV, bedeutet dass eine Person sich selbst Verletzungen zufügt. Dies geschieht meist
absichtlich, aber nicht unbedingt bewusst. Das heißt, dass sie sich auch in einer Art Trance befinden kann
und sozusagen unter dem "Zwang" steht, sich selbst zu schädigen. Wie z.B. sich selbst schlagen, in die Arme oder Beine schneiden usw., oder aber auch sich selbst zu Beschimpfen.
Das sich selbst Schädigen findet meistens im „stillen Kämmerlein“ statt, da sich der SvV`ler von anderen
Menschen zurückzieht, um einen seelischen Konflikt o.ä. durch Selbstverstümmelung zu überwinden, oder damit zurechtzukommen. Während dieser Phase ist der Körper gegen Schmerzen meist unempfindlich und
man spürt die Verletzungen erst viel später.
Das sollte aber niemals leichtfertig als pubertäre Phase abgetan werden, es wird meist durch
Depressionen, Mißbrauchserfahrungen o.ä. seelischen Sorgen ausgelöst.
Warum verletzen Menschen sich selbst?
Selbstverletzung können viele Menschen nur schwer, wenn überhaupt, verstehen. Denn warum sollte man
sich selbst verletzen? Für die meisten sehr unverständlich. Doch SvV`ler können sich durch die Selbstverletzung eine schnelle Erleichterung verschaffen, wenn sie mit negativen oder erdrückenden
Dingen oder auch starken Emotionen konfrontiert werden. So kann sich der SvV`ler durch das Selbstverletzen von der starken psychischen Erregung wieder auf ein „Normales Niveau“ senken. Meist
fühlt sich die Person dann erleichtert.
Gründe des Selbstverletzens
- um damit Spannungen abzubauen, die sich durch eine negative Situation aufgebaut haben
- um sich dadurch Erleichterung zu verschaffen- als Flucht vor dem Alleinsein - um emotionale Sorgen und Probleme auszudrücken
- um Kontrolle über den eigenen Körper zu spüren
- um überhaupt zu spüren - seelische Schmerzen werden in körperliche Schmerzen umgewandelt, sie erscheinen "greifbarer", man kann besser mit ihnen umgehen
- als Ergebnis von Mißbrauchserfahrungen
- als Ergebnis von Kindheitstraumen
Wie verläuft die Selbstverletzung?
Viele SvV`ler setzen sich mit großen Emotionen und Gefühlen auseinander, wenn es wieder einmal soweit
ist. Verspüren sie zum ersten Mal wieder den Druck, sich selbst zu verletzen, so kämpfen sie oft lange Zeit dagegen an, um dem nicht nachzugeben, sondern es zu schaffen und sich diesmal keine Verletzung
zuzufügen. Manche schaffen es dann, dem Druck standzuhalten, während andere dem fast automatisch nachgeben. Das bedeutet aber nicht, das man nichts dagegen tun kann.
Konnte man dem Druck dann trotz großem Bemühen nicht standhalten und es kommt zur Selbstverletzung, passiert das meist in einer Art Trance. In der der SvV`ler den Schmerz, den er sich in einem solchen
Moment zufügt gar nicht spürt.
Während des Geschehens merkt der SvV`ler, wie sich die unerträgliche Spannung in seinem Inneren
abbaut, sich sogar zu einem Glücksgefühl entwickelt. Doch dieses Gefühl hält nur eine kurze Zeit an, bis
es sich dann zu Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen entwickelt, "Es" schon wieder getan zu haben. Sie
fühlen sich schwach und hilflos und können es nicht ertragen, keine Kontrolle über sich selbst und ihr Handeln gehabt zu haben. Dieses Gefühl kann ganz individuell einsetzen. Bei manchen dauert es bis zu
einigen Stunden, während andere schon nach kurzer Zeit Schuldgefühle bekommen. Diese Selbstvorwürfe können bei manchen dazu führen, sich erneut zu verletzen.
Was ist, wenn man sich nun verletzt hat?
Konnte man dem Drang nicht standhalten, so ist es in erster Linie wichtig, sich keine Selbstvorwürfe zu
machen, oder sich als schlecht zu bezeichnen, weil "Es" wieder passiert ist. Diese Schuldgefühle führen
nur zu einer erneuten Phase der Depression und vielleicht sogar zu einer weiteren Selbstverletzung. Gerade, wenn man es eine lange Zeit nicht gemacht hat und man über sein Handeln beschämt oder gar
wütend ist, sollte man sich an den Erfolg erinnern und darauf aufbauen und sich nicht durch einen Rückfall runterziehen lassen, leider gehören Rückfälle nun einmal dazu. Das ergeht jedem von uns so.
Wenn man dazu bereit ist auch die Rückfälle zu akzeptieren, so hat man einen großen Schritt geschafft. Das bedeutet nicht, dass man keine Schwäche zeigen darf. Denn auch der härteste Kämpfer, hat
irgendwann seinen Punkt erreicht, an dem er nicht mehr kann, einfach mal schwach sein muss. Das ist völlig in Ordnung und auch völlig normal!
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